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Direktschall, Bühnenbild, Max. Pegel

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    Direktschall, Bühnenbild, Max. Pegel

    Liebe Piega-Gemeinschaft

    Wie so oft sind die "dummen" Fragen oft die verflixten, um Antworten darauf zu finden. Ich habe folgende verflixte Frage:

    a)

    In meinem Wohnraum habe ich zwingendermassen Schallreflexionen und somit störender Hall und Raummoden. Für mich ist es rein durch Probehören schwierig abzuschätzen, wie stark mein Klangbild negativ beinflusst wir, da ich meine CDs noch nie in einem perfekten Raum gehört habe. Wenn ich nun in einer lauen Sommernacht meine Coax70 in den Garten schleppe, habe ich keine reflektierenden Wände mehr. Somit habe zu 100% Direktschall aus dem LS und höre die Aufnahme genau so, wie sie sein sollte. Oder?

    b)

    Zwischen den beiden Stereolautsprecher ist es möglich, Phantomschallquellen zu erzeugen. Diese können je nach Pegelunterschied und Laufzeit zwischen dem linken und rechten Lautsprecher hin und her wandern. Das ist mir physikalisch logisch. Doch wie kann mir beim Hören einer Aufnahme eine Schallquelle höher oder tiefer erscheinen. Also nicht horizontal sondern vertikal separiert sein? Bei vielen Aufnahmen ist z.B. die Stimme höher als die Gitarre. Oder Glockengeläute kommt quasi von der Zimmerdecke. Der Schall kommt ja in jedem Fall aus dem Coax, wie kann es zu einer vertikalen Staffelung kommen?

    c)

    Ich gehe mit dem Analog-Out von meinem Sonos zp120 direkt auf die aktiven Piegas. Der Sonos übernimmt somit die Aufgabe des Pres. Dieser regelt mit der Stromstärke die Lautstärke, mit welcher die Lautsprecher spielen. Die Stromstärke ist jedoch nicht normiert und kann für jede Quelle unterschiedlich sein. Bei dem Weiss DAC 2 konnte ich die Stromstärke manuell am Gerät einstellen. So weit ich mich erinnern kann zwischen 2 und 4 Volt. Beim Sonos geht das nicht. Gute Zimmerlautstärke ist beim Lautstärkeregler 50%. Wenn ich es richtig krachen lasse auch mal bei 80% der maximalen Lautstärke. Ist das nun auch 80% der 300 Watt der Aktivmodule oder bin ich unter der nötigen Spannung? Kann ich die Module mit dem Sonos-Player auch übersteuern?

    Ist es reines Glück, dass die Ausgangsspannung des Sonos in einem hörbaren Bereich der Aktivmodule liege? Oder verstehe ich etwas falsch? Falls maximale Lautstärke tatsächlich auch maximale Stärke der Aktivmodule ist, bin ich froh 300 Wattt zur Verfügung zu haben und wundere mich über die 45 Watt der Champagern-Fraktion.

    Bin ich eher taub oder dumm?

    Alles klar?
    Thomas

    #2
    Hallo Thomas

    zu c) hat mir Kurz glaubhaft versichert, dass die 300 Watt des Aktivmodules locker ausreichen um Trommelfelle und Hirnwindungen dauerhaft zu zerstören... der Lautsprecher solls aber überleben...

    somit sollten für einigermassen sinnvolle Anwendungen die Leistungen der Champagnerfraktion ausreichen...

    Gruss Andy
    werde mit aktiven Piega C8 Ltd und einem "P Sub 1 Mk2" verwöhnt...

    Kommentar


      #3
      Zu a)

      Das ist so eine "urban legend", seine LS auf's freie Feld zu schleppen, um sie möglichst unverfälscht zu hören. Abgesehen mal davon, dass man in einer lauen Sommernacht beim Musikhören von den Mücken ausgesaugt wird.

      Richtig ist, dass natürlich in einem Freifeld keine Reflexionen sind, die eine Messung des Amplitudenganges beeinträchtigen. In der Theorie hören wir also einen LS im Freifeld in einer tonalen Balance, wie es auch auf dem Papier im Diagramm zu lesen ist.

      Für die Messung benötigt aber der Konstrukteur kein Freifeld mehr, das erledigen heute Messcomputer, die die Einflüsse des Raumes herausrechnen.

      Bleibt also eigentlich nur noch unser Hörempfinden. Und da die Wiese zum Musikgenuss nur sehr bedingt tauglich ist, können wir uns auch in einen schalltoten Raum setzen.

      Das Dumme an der Sache ist, dass wir zur räumlichen Wahrnehmung die Reflexionen des Raumes benötigen. Nur durch die Reflexionen sind wir in der Lage den Raum in seinen Dimensionen so ungefähr abzuschätzen. Das kann man auch im ganz normalen Leben bemerken. Sind wir in einer kleinen Kammer, evtl. noch stark bedämpft, fühlen wir auch sofort die Enge. Sind wir in einer großen Kathedrale, bekommen wir auch diese Weite sofort mit, auch wenn es eigentlich in beiden Räumen fast mucksmäuschen still ist. Blinde laufen gegen Wände eines schalltoten Raumes, weil ihnen die Reflexionen fehlen, die eine Abgrenzung erst möglich machen. Denn Blinde müssen das fehlende Sehen durch Sensibilisierung anderer Sinne kompensieren.



      Das heißt für's "HiFi-Hören": Ohne diese Reflexionen wäre die räumliche Beurteilung einer Musikaufnahme erschwert bis vielleicht sogar unmöglich gemacht.

      Also muss die Frage eigentlich eher heißen "wie viele Reflexionen" werden benötigt. Ab wann werden sie "schädlich"? Und jetzt wird es natürlich schwer, da es dazu keine feste Größe gibt, was die perfekten Anteile an Reflexionen sind.

      Da die Auswirkung von Reflexionen der Hall in seinen ganzen Spielarten und Erscheinungen ist, gilt als Maß die Zeit, die für das "Abklingen" des Schallereignisses benötigt wird. Als Maß wird oft genannt RT60 (Reverberation Time). Komplett bedeutet das, wie lange ein Impuls abklingt, bis er um 60 dB leiser/abgeschwächt ist.


      Er sollte nicht zu lang aber auch nicht zu schnell abklingen. Du wirst oftmals für Tonstudios die Angabe RT60 = 0,3 Sek finden. Moderne Wohnlandschaften liegen oftmals deutlich oberhalb von 0,6 Sekunden. Es ist nichts genormt, es gibt nur grobe Hinweise, dass für HighEnd der Wert irgendwo zwischen 0,3 bis 0,5 Sekunden liegen sollte.


      Weiterhin gilt die Empfehlung einer symmetrischen Akustik. Blöderweise wissen das die meisten Architekten nicht und planen Türen, Fenster, Grundriss und Einrichtung entgegen dieser Empfehlung.





      Zu b)
      Da gibt's unterschiedliche Gedankenansätze. Wie du sicherlich weißt, besteht der Ton der meisten Instrumente aus einem Grundton und den Obertönen, die für die charakteristische Klangeigenschaft jedes Instrumentes verantwortlich sind. Grundtöne und Obertöne liegen immer um ein geradzahliges vielfaches auseinander. Also Grundton 200 Hz, Obertöne 400, 600, 800 Hz.... Und somit kommst du automatisch in Bereiche, wo auch die Chassis und ihre Übernahmefrequenz Auswirkungen haben können. Es ist also völlig normal, dass Töne eines Musikinstrumentes von Bass und vom Mitteltöner und auch Hochtöner abgestrahlt werden. Von daher erzeugt das natürlich schon mal den Eindruck von "oben" und "unten".

      Aber das ist von vielen Faktoren abhängig, da die Entfernung der akustischen Zentren der Chassis untereinander und der Hörabstand eine Rolle spielen.

      Die Abstrahleigenschaft eines Chassis ist unter anderem ein Ergebnis aus Membrangröße und Frequenz. Je kleiner die Membranfläche und je tiefer die Frequenz, desto "kugelförmiger" wird abgestrahlt. Andersrum: je höher die Frequenz, desto eher wird der Schall gebündelt (und je größer die Membran).

      Dadurch kann es passieren, das bei "kugelförmiger" Abstrahlung die benachbarten Grenzflächen (Decke, Boden, Wände) frühe Reflexionen erzeugen, weil der Schall auch mit relativ hoher Intensität von dort reflektiert wird.

      Nicht umsonst gibt es den Hinweis, vor der Hörzone einen Teppich zu legen. Nur leider machen sich die wenigsten Gedanken über die Raumdecke....

      Die Fragen A und B gehen also mehr oder weniger Hand in Hand.


      Zitat von thho0002 Beitrag anzeigen
      Gute Zimmerlautstärke ist beim Lautstärkeregler 50%. Wenn ich es richtig krachen lasse auch mal bei 80% der maximalen Lautstärke. Ist das nun auch 80% der 300 Watt der Aktivmodule oder bin ich unter der nötigen Spannung? Kann ich die Module mit dem Sonos-Player auch übersteuern?
      Das ist gar nicht so schwer.

      Ein Endverstärker oder eine Aktivbox erzeugt bei einer x-Eingangsspannung seine maximale Leistung (jetzt mal einfach formuliert).

      Frei erfundenes Beispiel:
      Der Hersteller einer Endstufe gibt an, dass die Endstufe bei 2 Volt Eingangsspannung die maximale Leistung abgibt.

      Gibt also der Vorverstärker diese 2 Volt ab, ist "voller Schub" angesagt. Und das unabhängig von der Stellung des Lautstärkereglers. Jetzt arbeiten aber Vorverstärker meistens in einem größeren Spannungsbereich, um so möglichst kompatibel zu den meisten Endstufen/Aktiv-LS zu sein. Nicht wenige Vorverstärker liefern weit über 10 Volt (bei vollem Regleranschlag).

      Hat aber in dem Falle die Endstufe eine Empfindlichkeit von 2 Volt und der Vor liefert 10 Volt, kann das natürlich nicht mehr in Leistung umgesetzt werden und der Endverstärker verzerrt. Er wird am Eingang tatsächlich übersteuert.

      Daher kannst du die Stellung "80%" am Vor nicht ummünzen auf 80% Leistung der Endstufe. Diese 80% beziehen sich natürlich auf die maximale Ausgangsspannung des Vorverstärkers, sofern die Anzeige und Auslegung der Regelcharakteristik überhaupt in irgendeiner Form kalibriert ist.

      Denkbar wäre es sogar, dass der Vor gar nicht so viel liefert, um den End in den Grenzbereich zu schieben. Aber das wäre schon eine ziemlich derbe Fehlanpassung.

      Unterm Strich kommt es also auf die Paarung an und ganz einfach: Das Ohr signalisiert "laut" oder "leise"


      Zitat von thho0002 Beitrag anzeigen
      Bin ich eher taub oder dumm?
      Taub - weiß ich nicht
      Dumm - auf keinen Fall
      Zuletzt geändert von nk; 13.04.2012, 18:43.
      Norbert,
      der NUR den eigenen Ohren vertraut

      Kommentar


        #4
        Zitat von thho0002 Beitrag anzeigen
        b)

        Zwischen den beiden Stereolautsprecher ist es möglich, Phantomschallquellen zu erzeugen. Diese können je nach Pegelunterschied und Laufzeit zwischen dem linken und rechten Lautsprecher hin und her wandern. Das ist mir physikalisch logisch. Doch wie kann mir beim Hören einer Aufnahme eine Schallquelle höher oder tiefer erscheinen. Also nicht horizontal sondern vertikal separiert sein? Bei vielen Aufnahmen ist z.B. die Stimme höher als die Gitarre. Oder Glockengeläute kommt quasi von der Zimmerdecke. Der Schall kommt ja in jedem Fall aus dem Coax, wie kann es zu einer vertikalen Staffelung kommen?
        Das ist eigentlich gar nicht so schwierig und das gleiche Thema wie die Tiefenstaffelung. Die Position der Treiber wie von Norbert beschrieben ist die eine Seite. Psychoakustisch haben wir ja auch nur zwei Ohren. Aus den Parametern Amplitude, Phase und Frequenz eines Geräusches wird im Gehirn die Position einer Schallquelle im Raum bestimmt. Wenn ich die Musik entsprechend bearbeite und mastere, dass am Ende am Ohr die gleichen Signal ankommen wie im Live-Konzert, kann das Gehirn entsprechend eine dreidimensionale Abbildung des Klanggeschehens ermitteln.
        Ein schönes Beispiel ist die QSound Technologie wie bei Roger Waters "Amused to Death". Auf der CD gibt es verschiedene Stücke, bei denen bei richtiger Boxenpositionierung Geräusche von links, rechts und sogar hinten außerhalb der Basisbreite der Lautsprecher kommen.


        Zitat von thho0002 Beitrag anzeigen
        Ist es reines Glück, dass die Ausgangsspannung des Sonos in einem hörbaren Bereich der Aktivmodule liege? Oder verstehe ich etwas falsch? Falls maximale Lautstärke tatsächlich auch maximale Stärke der Aktivmodule ist, bin ich froh 300 Wattt zur Verfügung zu haben und wundere mich über die 45 Watt der Champagern-Fraktion.
        So richtig Glück ist das natürlich nicht. Es gibt ja durchaus Normen und Konstruktionsrichtlinien die Vorgaben für eine Cinch oder XLR Verbindung und deren Signalpegel bzw. Spannungen machen. Die Frage ist immer wie gut sich die Hersteller daran halten. Im großen und ganzen passt das aber immer ganz gut, da wie von Norbert geschrieben die Vorverstärker meist einen etwas größeren Spannungsbereich als die Endverstärker abbilden und eine Endstufe damit immer voll gesteuert werden kann. Dabei kann es aber natürlich passieren, dass diese Vollaussteuerung schon beim halben Reglerweg des Vorverstärkers anliegt.
        Die Leistung ist eine ganz andere Geschichte und für normale Hörpegel braucht man sehr selten mehr als 20-40 Watt.
        Viele Grüße,
        Sven

        Ein Leben ohne Piega und Accuphase ist möglich aber sinnlos. (Frei nach Loriot)

        Kommentar


          #5
          Herzlichen Dank für diese ausführlichen Erläuterungen! Ich denke a) und b) haben sich soweit geklärt.

          c) stösst bei mir immer noch auf Unverständnis. Ich denke, ich habe die technischen Aspekte soweit verstanden. Doch finde ich, dass in dem besagten Fall zwingen in den Spezifikationen der Geräte angegeben werden soll, bei welcher Spannung sie voll angesteuert sind (Aktivmodul) oder in welchem Bereich sie regel (Sonos). Ich erwarte schon bei einem Haarföhn, dass der Lockenwickler-Aufsatz die richtige Spannung hat.

          Ich habe weder zu den Aktivmodulen noch zum Sonos die gewünschten Angaben gefunden. Wie kann das sein?

          Ich denke mal, dass ich mit dem Sonos nicht die 80% Lautstärke aus den Modulen heraushole.

          Wie ist es bei dir Andi? Kennst du die Spannung, mit welcher dein Pre auf die Module kommt.

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            #6
            Zitat von thho0002 Beitrag anzeigen
            Ich gehe mit dem Analog-Out von meinem Sonos zp120 direkt auf die aktiven Piegas.

            Damit bremst du höchstwahrscheinlich die Piegas aus.

            Soweit ich das beurteilen kann, besitzt der ZP120 lediglich Ausgänge für passive Lautsprecher. Die integrierten Class D Verstärker sind auf eine LS-Last von 4-8 Ohm ausgelegt und optimiert. Was da bei „offenem Betrieb“ bezüglich Frequenzgang passiert, ist nicht dokumentiert.
            Bezüglich Pegelanpassung an Endverstärker kann man ebenfalls keine Normbedingungen erwarten.

            Obwohl ich das Sonos Konzept sehr schätze, würde ich damit niemals audiophile Lautsprecher wie die TC 70 ansteuern. Die gesamte Signalaufbereitung, D/A Wandlung, interne Stromversorgung, analoge Ausgangsstufen etc. sind für ein spezielles Marktsegment (auch preislich) ausgelegt.

            Daher kannst du mit der geschilderten Konfiguration auch keine Klangwunder erwarten.

            Manfred

            Kommentar


              #7
              Ups, habe mich da im Modell vergriffen. Es ist natürlich der ZP90, das Modell ohne integrierter Verstärker. Neu heisst der sonos:connect.

              Bezüglich Klangwunder vertrete ich hartnäckig die Meinung, dass das bereits ordentlich klingt. Zudem bin ich finanziell eingeschränkt und habe erstmals das Gesamtbudget in die LS investiert. Der Upgrade geht klar richtung dac oder surround processor.

              Gruss, t

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                #8
                Zitat von thho0002 Beitrag anzeigen
                Bezüglich Klangwunder vertrete ich hartnäckig die Meinung, dass das bereits ordentlich klingt. Zudem bin ich finanziell eingeschränkt und habe erstmals das Gesamtbudget in die LS investiert.
                Ja, dann lehne dich doch zurück und genieße deine Musik. Die Reihenfolge deiner Investitionen sind doch ok.

                Das Innenleben des ZP 90 kenne ich recht gut. Eine leicht zu verbessernde Klangbremse stellt die Ausgangsstufe dar. Da werkelt ein doppel-Op, welcher auch für die Filter zuständig ist. Dieser OP kann leider – wie oft anzutreffen – keine längere Kabel (>1m) mit durchschnittlichem Kapazitätsbelag ohne Klangeinbusen treiben.

                Als potenziell nächsten Schritt – wenn das Budget es wieder zulässt – wäre ein Versuch mit kapazitätsarmen Kabeln oder ein dedizierter Vorverstärker. Beides kann zu einer deutlichen klanglichen Verbesserung führen.

                Manfred

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                  #9
                  Hallo Thomas,

                  das stimmt, diese Angaben über die Spannungswerte könnten eigentlich angegeben werden. Das ist im Prinzip kein Geheimnis. Auf der anderen Seite ist es so, dass das viele Nutzer gar nicht interessiert. "Anschließen und muss funktionieren", was ja auch im Prinzip richtig und wichtig ist.

                  Wie das mit den Daten aussehen könnte, kann man z. B. hier sehen:

                  Hier wird der Ausgangspegel angegeben, z. B. bei Cinch/xlr: 7 Volt
                  Hier wird die Eingangsempfindlichkeit für unterschiedliche Betriebszustände und Leistungsabgaben angegeben, z. B. 0,87 Volt für Sinusnennleistung in Stereo, bei 8 Ohm

                  Das halten aber die Firmen sehr unterschiedlich und so habe ich auf die Schnelle z. B. bei Burmester und Audionet keine Angaben gefunden, bei Mark Levinson hab ich was von 2,83 Volt gelesen (wie gesagt, war alles auf die Schnelle).

                  Bleiben wir beim Fall Accuphase, dann siehst du, dass der Vorverstärker so viel Spannung liefert, dass die hauseigene Endstufe übersteuert werden kann. Auf der anderen Seite gibt's auch keine Probleme die ML-Endstufe voll auszusteuern. In der Praxis hat das natürlich Auswirkung auf den Regelbereich am Lautstärkeknopf. Das sollte aber nicht als generelles Qualitätsmerkmal zur Beurteilung von Verstärkerelektronik verstanden werden.

                  Allerdings gibt es die Möglichkeit, dass der "untere" Regelbereich etwas grob arbeitet, während er um die "12:00-Uhr-Position" feinfühliger agiert. Aber das ist immer im Einzelfall zu prüfen. Manche Endstufen lassen sich auch in der Empfindlichkeit (bzw. im Verstärkungsfaktor) umschalten/regeln.
                  Norbert,
                  der NUR den eigenen Ohren vertraut

                  Kommentar


                    #10
                    Zitat von nk Beitrag anzeigen
                    Manche Endstufen lassen sich auch in der Empfindlichkeit (bzw. im Verstärkungsfaktor) umschalten/regeln.
                    genauso ist es: meine Bryston hat z.B. drei verschiedene Eingangsempfindlichkeiten wählbar. Per Schiebeschalter und für jeden Endstufenzug einzeln.

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                      #11
                      Feldversuch Max. Pegel

                      Fragestellung
                      Also zu Frage c) beschäftigt mich immer noch, in welchem Bereich mein Sonos zp90 meine Aktivmodule in der Coax70 ansteuert. Da ich weder Stromstärken zum Sonos noch zu den Modulen fand, blieb nur der Feldversuch!

                      Versuchsanordnung
                      Ein LS wurde vom Netz genommen. Vor dem anderen wurde in einem Meter Abstand das iPhone vor dem Coax platziert. Mit der App "SPL Meter" wurde der Schalldruck in dB gemessen. Über den Sonos wurde ein 1kHz Testton ausgegeben. Im Sonoskontroller wurden verschiedene Lautstärken eingestellt, der Testton gestartet und mit zugehaltenen Ohren wurde der Pegel abgelesen.

                      Überlegung
                      Wenn ich den Schalldruck kenne, kann ich mit dem Wirkungsgrad der LS ausrechnen, mit wie viel Watt das Aktivmodul gespielt hat. Sprich in welchem Bereich des Maxpegels ich mich befinde.

                      Resultat
                      Lautsärke in Prozent : dB

                      10% : 50dB
                      25% : 73dB
                      50% : 87dB
                      80% : 92dB
                      90% : 108dB

                      Fazit

                      a)
                      Aahhhhh!! :o
                      Gebt nie, aber auch gar nie einen 1kHz Testton mit 108dB aus. Zwar war die Angst um den Coax immer noch grösser als um meine Ohren, aber das mit den für immer zerstörten Gehirnwindungen kommt schon recht nah.

                      b)
                      Die Lautstärkeregelung ist nicht linear. Der Sprung von 80% auf 90% der Lautstärke entspricht einem plus von 16 dB. Also einer Erhöhung der Leistung auf des 5 - Fache ! (plus 3dB entspricht einer Verdoppelung)

                      c)
                      Der Wirkungsgrad der LS ist 92 dB/W/m. Was mache ich nun mit dieser Zahl? Wieviel Leistung brauchte das Aktivmuodul um mit 108dB zu spielen? Ich habe immer noch keine Ahnung von Akustik.

                      d)
                      Ich halt mich wohl in Zukunft besser an Norbert's Ratschläge: Das Ohr signalisiert laut oder leise. Ich brauche mir wohl nie mehr Gedanken über den Maxpegel zu machen 8-)

                      e)
                      Der Coax hats überlebt. Wie nah drann ich am Totalschaden war, kann wohl nur Kurt beurteilen. Gibt's bei Piega eigentlich Crash Test Dummies: Pegel auf bis der Coax raucht und in allen Farben funkelt?
                      Zuletzt geändert von thho0002; 18.04.2012, 17:14.

                      Kommentar


                        #12
                        Zuunterst auf dieser Seite findet man ein Rechenschieber für den Schalldruckpegel und Verstärkerleistung:

                        Wirkungsgrad und Kennschalldruck Umrechnung Prozent dB Lautsprecher boxen box Sensitivity Sensivity Schall sound dB/W/m sensitivity 1 watt = 2,83 volt - sengpielaudio Eberhard Sengpiel


                        Füttert man dort:

                        Kernschalldruck: 92 dB/W/m
                        Verstärkerleistung: 50 Watt
                        Anzahl Lautsprecher: 1
                        Abstand: 1m


                        Liefert der Rechner 108 dB, also mein gemessener Wert. Waren das bei meinem Versuch erst 50 Watt!?

                        Bei 300 Watt wären es 116 dB, also fast drei mal lauter. Wie zum Teufel konnte ich mir ein 300 Watt Modul andrehen lassen.

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                          #13
                          Hallo Thomas,

                          das ist natürlich ein mutiger Versuch. Immerhin liegt der kleine Coax bei irgendwas um 800 Euro, genau weiß ich das aber nicht.

                          Im Kern sind deine Ergebnisse und Schlussfolgerungen alle richtig.

                          Aber du erkennst vielleicht noch ein anderes Problem. Du könntest jetzt noch mehr Leistung hineinpumpen (musst ja nicht im Zimmer bleiben), es würde aber unterm Strich nichts mehr bringen. Warum?

                          Du hast ja auf 1 Meter Entfernung gemessen, was auch OK ist, da das der übliche Messabstand ist. Jetzt nimmt aber der Schalldruck mit der Entfernung ab. Pi mal Daumen: doppelte Entfernung = -6dB.

                          Daraus ergibt sich, dass der Speaker in seinem üblichen Messabstand 108 dB "drückt", während vielleicht am Hörplatz "nur" noch vielleicht ~100 dB ankommen. Das Problem dabei ist also, dass der LS bereits an seiner Grenze betrieben wird, er also gar nicht lauter kann, da sonst die Verzerrungen zu stark werden. Irgendwann treten dann sogar mechanische Begrenzungen auf. Mehr Amp-Leistung bringt dir also in dem Fall überhaupt nix mehr. Erschwerend kommt hinzu, dass der Coax eigentlich recht laut kann und eher die Bässe an ihre Grenze kommen.

                          Und ja, die Leistung spielt im Heimbereich zumindest mit einer PIEGA im "normalen" Hörumfeld nur eine untergeordnete Rolle. Weder Sven mit seiner A46, meine Kumpels mit dem E560 oder ich mit der A50V von Accuphase "leiden" unter Leistungsmangel. Und die A50V ist mit ihren 50Watt/8Ohm schon der "Powerriegel".

                          Wenn du mal mit dem Sengpiel-Rechner spielst und deine Werte in ein "normales" Umfeld überträgst (92 dB/W/m; 2 LS, 50 Watt je Kanal, 3 Meter Abstand) kommst du auf ~102 dB. Da schlägt jeder Ohrenarzt die Hände über den Kopf zusammen.

                          Kleine Anmerkung: der empfohlene Abhörpegel im Studio liegt bei 85 dB, wozu in unserem Beispiel 1 Watt/Kanal ausreicht!!!!

                          Und das steht auch ungefähr im Einklang mit Manfreds Hörtest.


                          Nur wenige Lautstärkeregelungen arbeiten über den gesamten Stellbereich linear. Und wenn da keine kalibrierten Anzeigen im Spiel sind, sind die eigentlich eher ein optischer Spaß.


                          Der Coax hält eine Menge aus, meistens. Mit "sauberen" Musiksignalen bekommt man ihn eigentlich nicht kaputt. Mit hochfrequenten Testsignalen oder Verstärkerverzerrungen (Clipping) geht's in Sekunden.
                          Zuletzt geändert von nk; 18.04.2012, 20:04.
                          Norbert,
                          der NUR den eigenen Ohren vertraut

                          Kommentar


                            #14
                            Ich wäre sehr, sehr vorsichtig mit Messsignalen an Lautsprechern. Eine Fehlbedienung kann innert Sekundenbruchteilen zu der Zerstörung des Systems führen, was ein relativ kostenintensives Hobby ist....

                            Grundsätzlich sind die Aktiv-Module mit 1Volt in Vollaussteuerung. In der Praxis lässt sich das aber nicht auf einen fixen Wert in der Stellung des Volumenreglers festmachen, da die CD`s ja auch unterschiedliche Pegel aufweisen.

                            Normalerweise sollte man Pegel nicht weiter erhöhen, sobald Kompressionseffekte oder Verzerrungen hörbar werden.

                            Grüsse
                            Kurt

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