Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.

mein Besuch bei Piega in Horgen

Einklappen
X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

    mein Besuch bei Piega in Horgen

    Meine Heldentat ist ja bekannt, im Weihnachtsurlaub habe ich meine TC30X umgeworfen und dabei hat sich der Deckel gelöst. Danke intensiver Beratung von Kurt und Norbert habe ich den Deckel dann wieder geklebt - UHU endfest 300 machte es möglich. Aber irgendwie blieb halt ein ungutes Gefühl, ob wirklich alles in Ordnung sei.

    Also hat Kurt mich eingeladen, den LS doch nach Horgen zu bringen und man würde prüfen, ob alles in Ordnung sei. Ich solle mich aber hinsichtlich Zoll auf einiges gefasst machen...
    Damit hatte er dann auch nicht zuviel versprochen. Nach Beratung der IHK war die beste Möglichkeit ein Ware aus- und wieder unverändert in die EU einzuführen ein Carnet ATA. Also zur IHK und das Dokument geholt und mich einweisen lassen. Dann nach Hause zum Ausfüllen - muss nämlich maschinell sein und vor Ort dürfen sie das nicht. Dann wieder zurück zur IHK und das Dokument bestätigen lassen. Wieder nach Hause, TC30X einpacken und zur Nämlichkeitsprüfung zum Nürnberger Zoll fahren. Dabei sieht sich ein Beamter das zu transportierende Stück an und bestätigt, dass es das ist, was im Carnet steht. Auf dem Rückweg noch bei ADAC vorbei und Vignetten für Österreich und die Schweiz gekauft. Damit war ich für die Reise fertig...

    Am nächsten Tag hat dann um 04.30 der Wecker geklingelt und um 06.00 Uhr ging es ab auf die Autobahn mit 460 km Strecke bis zum Ziel Horgen. In Lindau nochmal kurz getankt, dann ab durch den Tunnel und zur Grenze in Lustenau. Ausreise Österreich war gut, Beamter freundlich, Carnet gestempelt. Also über die Brücke gefahren und beim Schweizer vorstellig geworden. Anpfiff abgeholt, warum 2 Felder nicht ausgefüllt waren - hier hatte mir der deutsche Zoll gesagt dass diese unter den Augen des Zöllners ausgefüllt würden...
    Naja, irgendwann auch hier gestempelt und weiter gen Horgen. Tempomat auf fast leeren Autobahnen - sehr ermüdend wenn man so früh aufgestanden ist. Vor dem Zürichsee kommt man nochmal an einem See vorbei - 80 auf zweispuriger und leerer Autobahn, hier hatte ich hart zu Kämpfen aber Metallica, Apocalyptica und Rammstein haben mich wachgehalten. Horgen selbst selbst ist dann recht nah an der Autobahn und so war das Ziel Piega gegen 10.30 Uhr erreicht - wie geplant.

    Damit ging es dann los:
    Super freundliche Begrüßung und riesen hallo - einfach prima. Ich bin noch nie in einer Firma so freundlich empfangen worden, geschweige denn als Wildfremder! Kleine Fachsimpeleien über Steuerketten statt Zahnriemen - hier ist man nicht nur von Lautsprecher fasziniert... Man würde eine Zeit brauchen bis alles soweit klar sei, dann wäre aber sogar eine kleine Führung angesetzt. Ich nutzte die Zeit um mir die Füße zu vertreten und im daneben liegenden Restaurant mit Blick über dem Zürichsee zu speisen - einfach schön! Interessant auch die Taxis in der Schweiz: bei uns E-Klasse Diesel, oft nicht mal das... Am Bahnhof Horgen: 760 Li, S500, ein aktueller E-Klasse Kombi war das kleinste Auto - willkommen in der Schweiz...
    Danach war ich aber dann doch unruhig und wollte Piega sehen. Da mich die Koax Fertigung am meisten interessiert hatte, habe ich dort auch die meiste Zeit verbracht und sehe den Koax nun mit nochmals anderen Augen: was da an Erfahrung, Können und Intuition dahinter steckt lässt sich wirklich nicht in Worten beschreiben. Ich bin zutiefst beeindruckt von der dahinter steckenden Technik! Die minimale Stärke der Folie, die Kraft der Magneten, die Crux mit den Klebern und der Spannung, die vielen filigranen Arbeitsgängen... Geduldig wurden all meine Fragen beantwortet - wahrscheinlich gab es hier ein Aufatmen als ich den Raum wieder verlassen habe... Bislang war ich immer nur vom Klang der C40 fasziniert, seit Dienstag denke ich auch immer an die dahinter steckenden Arbeitsschritte.
    Horgen ist zwar nur ein Lagerstandort, aber was meine Augen da verpackt alles gesehen haben, hatte schon etwas vom HiFi Schlaraffenland.

    Irgendwann überbrachte mir dann Kurt das Ergebnis, Messung prima, mit meiner TC30X sei alles in bester Ordnung und wir haben noch ein Käffchen zusammen getrunken und ein wenig geplaudert. Die unterschiedlichen Märkte, gemeinsame Leidenschaften und Gründe warum das eine oder andere Produkt so und nicht anders aussieht... Davon macht man sich als Endkunde gar keine Vorstellungen...

    Ab 15.00 war ich dann doch ein wenig unruhig für die Heimfahrt, wurde winkend verabschiedet und habe mich wieder auf den Weg gemacht.
    Diesmal war das Tempolimit weniger problematisch - man hatte ja viel zum Nachdenken und Verarbeiten.
    Positiver Nebeneffekt von diesem Gecruise: die 8 Pötte waren an diesem Tag sehr genügsam
    Aber es stand ja noch Lustenau auf dem Programm: am Zoll der Schweiz durfte ich erstmal eine halbe Stunde warten um mich danach wieder anraunzen zu lassen, den Stempel gab es dann doch. Entschädigt haben dafür die beiden sehr freundlichen Mädels des österreichen Zolls auf der anderen Seite der Brücke
    Danach hatte ich dann auch die Nase voll und auf den deutschen Autobahnen das weiße Schild mit den grauen Balken leidlich ausgekostet. Zuhause dann endlich um kurz vor 20.00 Uhr und auf Reserve in die Garage gerollt...

    Den LS habe ich noch drin gelassen, denn ich sollte mich ja nochmal beim Nürnberger Zoll melden. Das stand am nächste Tag auf dem Programm. Lustigerweise war der Typ vom letzten Mal aber nicht da und so wurde ich von einem zum anderen geschickt bis ich endlich beim stellv. Dienststellenleiter war der mich aufklärte, dass das Carnet bereits vollständig abgewickelt sei, ich also gar nicht mehr hätte kommen müssen...

    Heute war ich dann noch bei der IHK und habe das Carnet zurückgegeben - das war es dann endlich.

    Mein Fazit:
    1) Die TC30X klingt jetzt noch besser - weil ich einfach weiß was alles dahinter steckt
    2) Ich verstehe nun Kurt wenn er immer sagt: es geht nicht den LS als Nicht-Schweizer z.B. nachträglich zu aktivieren. Ich hatte jetzt ja eine Ware OHNE Wertschöpfung transportiert. Das wäre beim Einbau von Aktiv Modulen aber ja nicht der Fall. Die Abwicklung würde noch komplizierter, Steuern und Zoll würden anfallen etc. - quasi nicht handlebar, von der Wirtschaftlichkeit ganz zu schweigen.
    3) Seit vielen Jahren Piega Jünger, bin ich nun noch angefixter. Die Herzlichkeit wirklich aller Mitarbeiter ist einfach faszinierend und ansteckend. Das Projekt Coax 10 als Rear und evtl. PS2 ist in der Prio Liste wieder weiter nach oben gewandert.

    1 Tag Bürokratie und 1 strammer Reisetag - das war es aber wert. Ich weiß dass mein Baby einwandfrei funktioniert und habe hinter die Kulissen von Piega blicken dürfen - nochmals herzlichen Dank!

    Ciao; Harald
    Zuletzt geändert von Nürnberger; 20.01.2011, 18:00.

    #2
    Hallo Harald,

    wow, was für ein toller Bericht und wohl auch toller Tag. Glückwunsche dass dein Lautsprecher tatsächlich noch einwandfrei funktioniert. Das spricht für Piegas Robustheit und Du kannst wieder in Ruhe hören.

    Ein Besuch in Horgen steht bei mit auch noch ganz oben auf der Wunschliste. Mal sehen, vielleicht ja mal als Forentreffen oder auch privat.

    Viele Grüße
    Sven
    Viele Grüße,
    Sven

    Ein Leben ohne Piega und Accuphase ist möglich aber sinnlos. (Frei nach Loriot)

    Kommentar


      #3
      Guten Morgen Sven,
      die Reise war es auf jeden Fall wert!
      Zur Robustheit muss man allerdings noch sagen, dass ich meinem Hund wohl eine Leberwurst schuldig bin: wenn der Alte immer irgendwas rumhantiert, dann legt sich der Hund meist in die Nähe und pennt. So auch hier, nur ist der Lautsprecher genau in seine Richtung und ohne Geräusch auf ihn zugekippt. Hinter mir hört ich erst ein dumpfes "Plopp" und dann ein helles "Peng" und habe dann hinter mir einen auf den Fliesen sehr hektisch aufstehenden Hund gesehen der mir sofort die Hand abgeschleckt hat - er dachte wohl ich hätte ihn mit diesem Trumm beworfen...
      Durch das Abfedern durch den Büffel (so nennt ihn der Tierarzt) ist aber wohl Schlimmeres verhindert worden, auch an der Fliese ist nix passiert und das obwohl ich den LS überhaupt nicht abbremsen konnte...

      Was ich gestern noch vergessen hatte:
      Die Freundlichkeit der Schweizer auch außerhalb Piegas. Bei meinem Spaziergang habe ich einige Zebrastreifen überquert und da ich es aber nicht eilig hatte, habe ich fast immer die Autos durchgewunken. Nahezu alle sind aber stehengeblieben und haben mich freundlich lächelnd über die Strasse gewunken und die anderen haben sich bedankt.
      Auch als ich auf der Heimfahrt an den Zebrastreifen gehalten habe, haben sich die Fußgänger bedankt - einfach freundliche Umgangsformen, wie ich sie in Deutschland immer mehr vermisse. Ein einfaches Handheben, wenn man jemanden reinlässt, nicht mit Vorsatz ausgebremst werden etc.

      Wirklich freundliche Menschen diese Schweizer - bis auf die Zöllner...

      Ciao; Harald
      Zuletzt geändert von Nürnberger; 21.01.2011, 13:41.

      Kommentar


        #4
        Danke für den interessanten Bericht mit Schmunzelfaktor!

        Darf man fragen wie die 8 Pötte verpackt sind? ;-).

        Peegee

        P.S: Ein Besuch bei Piege lohnt sich auf jeden Fall! Und zum guten Glück gibts den Büffelfaktor mit harmonischer Dämpfung :-D

        Kommentar


          #5
          Zitat von Nürnberger Beitrag anzeigen
          Wirklich freundliche Menschen diese Schweizer - bis auf die Zöllner...
          Zustimmung.

          Da kamen wir aus dem Mopedurlaub, die Böcke waren hinterm Wagen auf dem Hänger. Alle Fahrzeuge haben Berliner Kennzeichen. Die Mopeds sahen aus... na, wie eben Motorräder nach 2 Wochen Alpen so aussehen.

          Der Schweizer Zöllner schlich um die "Dreckspatzen", als würden wir schweizer Manufakturuhren rausschmuggeln (oder Steuer-CD). Selbst als er die Zulasungen vom Wagen, vom Hänger und von den Mopeds einsah, kam ihm die Sache immer noch nicht geheuer vor. Erst nachdem die Fahrgestellnummern abgeglichen waren, war er zwar ganz offensichtlich nicht zufrieden, aber ihm gingen wohl die Ideen aus, um welche Schmuggelware es sich handeln könnte.


          Kommt also wirklich nicht auf den Gedanken auf gut Glück zur nachträglichen Aktivierung ohne Zollformalitäten in die Schweiz zu düsen. Das kann vielleicht gut ausgehen... oder auch nicht.
          Zuletzt geändert von nk; 21.01.2011, 09:53.
          Norbert,
          der NUR den eigenen Ohren vertraut

          Kommentar


            #6
            Ich durfte den CH/Ö-Zoll in meiner "Karriere" auch schon erleben.

            Das sah dann ungefähr so aus:
            B1 = Behörde 1
            B2 = Behörde 2
            B3 = Behörde 3

            Ich musste für die Firma ein paar Gerätesteuerungen von CH nach Ö mitbringen.
            Angefangen hat's bei B1->B2: "leider fehlt hier eine Unteschrift, bitte gehen sie zu B1 zurück"
            B1 füllte das Formular "korrekt?" aus und ging dann wieder zu B2.
            B2: "es fehlt hier noch ein Kreuz", und wieder ging ich zu B1
            B1: Sie machten am entsprechenden Ort ein Kreuz inkl. Stempel, denn sie wissen ja was sie tun :lol: da sie das Formular nicht zum 1.Mal ausfüllten.
            Bei B2 angekommen wurde ich zu B3 durchgewunken.
            Wer hätte das gedacht, aber bei B3 fehlte auch etwas auf dem Formular und ich durfte wieder zurück auf Start (B1).
            ......
            ......
            wer hätte das gedacht, nach 3h war ich endlich durch den Zoll. Freundliche Personen suchte man vergebens...:(, aber es war eine gute Erfahrung. Ich weiss, was ich in Zukunft lasse :wink:

            tschüss

            Kommentar


              #7
              Hört sich an wie:

              "Gehe zurück auf "Los"...."


              Aber das ist alle Kinderka...e im Gegensatz zu dem, was man früher an der innerdeutschen Grenze erleben konnte.

              Da machten wir einen Betriebsausflug, wir mieteten uns einen Bus, ich fuhr. An der Grenze Berlin-DDR war der erste Kasten Bier schon "verschwunden" (ich natürlich nicht). Ein DDR-Grenzer kam zu uns in den Bus und stellte im tiefsten Sachsen-Dialekt die obligatorische Frage: "Waffen, Munition Funkgeräte?" Eine Stimme aus dem Hintergrund: "Nein, wir kaufen nix". Als dann noch aus dem Raum kam: "Wieso, braucht man das hier?", war der Tag gelaufen. Nach 4 Stunden konnten wir weiterfahren.
              Norbert,
              der NUR den eigenen Ohren vertraut

              Kommentar


                #8
                Hi Harald!


                Wirklich schöner Bericht. Freut mich dass deine Lautsprecher inklusive Hund alles heil überstanden haben (Das mit der Leberwurst musst du unbedingt machen!).

                Somit also weiterhin viele vergnügsame Stunden mit deinen (Genau geprüften) Piegas!

                Gruss aus der freundlichen Schweiz mit den schwierigen Zöllnern!

                cheers!

                Spiff

                Kommentar


                  #9
                  Da ist also Piega (zum Glück) voll auf den Hund gekommen ;-).
                  Gut wer einen solchen Hund hat. Unser Kater wäre sprichwörtlich platt gewesen.

                  Viele Grüße
                  Sven
                  Viele Grüße,
                  Sven

                  Ein Leben ohne Piega und Accuphase ist möglich aber sinnlos. (Frei nach Loriot)

                  Kommentar


                    #10
                    der Büffel kann Grobes schon ganz gut wegstecken - wenn ich da nur an frühere Raufereien denke...
                    wie man auf dem Foto sehen kann, ist er ja nicht aus Zucker
                    (Insider @Kurt: keine Sorge, so nahe darf er mit seinem Schwanz an keinen LS mehr heran... )

                    @peegee
                    ist ein alter X5 E53, dafür aber der 4.8iS
                    etwas detaillierter: der durfte noch herrlich nach V8 klingen und bollern. Alpina hatte wohl bei der Entwicklung die Finger im Spiel, die Instrumente sind grau mit roten Zeigern und variablen Drehzahlleuchten wie bei den M Modellen. In Deutschland recht selten zu finden, hier sieht man fast immer die 3.0d Variante (über 90% Verkaufsanteil). Meiner ist dann sogar noch das Sondermodell Individual Maritim - die Stückzahl kannst Du in D dann zählen
                    Angehängte Dateien
                    Zuletzt geändert von Nürnberger; 21.01.2011, 13:39.

                    Kommentar


                      #11
                      Zitat von Nürnberger Beitrag anzeigen
                      d
                      etwas detaillierter: der durfte noch herrlich nach V8 klingen und bollern. A
                      :-D Nach Piega die schönste Form von Schallumwandlung ;-)

                      Oder wie mein Bekannter zu sagen pflegt FTFC --> Fuel to fun converter...

                      Kommentar


                        #12
                        FTFC finde ich klasse ;-)...

                        Meine Viecher sind in Sachen Schutz des Lautsprechers eher destruktiv als konstruktiv unterwegs. Weil's so schön passt, auch wenn der Lautsprecher nicht von Piega ist.
                        Nachdem ich den Fotoapparat aus der Hand gelegt hatte, war die Katze noch genau 0,1 s auf dem Lautsprecher bevor ich sie operativ entfernt habe.

                        Viele Grüße
                        Sven
                        Angehängte Dateien
                        Zuletzt geändert von Aurumer; 21.01.2011, 17:11.
                        Viele Grüße,
                        Sven

                        Ein Leben ohne Piega und Accuphase ist möglich aber sinnlos. (Frei nach Loriot)

                        Kommentar


                          #13
                          so lange sie dann nicht anfängt mit ihren Krallen die Folie des Koax näher zu untersuchen... :twisted:

                          Kommentar


                            #14
                            Gelobt sei das Metallgitter. Bei den Stoffbespannungen habe ich jetzt mit dem erneuern aufgehört und lebe mit den Fetzen...
                            Viele Grüße,
                            Sven

                            Ein Leben ohne Piega und Accuphase ist möglich aber sinnlos. (Frei nach Loriot)

                            Kommentar

                            Lädt...
                            X