Weil die ganze Geschichte mit der Resoröhre zurzeit noch ein wenig undurchsichtig ist, habe ich sie nicht ins Thema „Raummoden – Gegenmaßnahmen“ gesteckt, sondern „ihr“ ein eigenes Thema gegönnt.
Als die Zeitschrift „Stereo“ einmal über eine seltsame Acrylröhre berichtete, die Raummoden abschwächen soll, erhitzten sich mal wieder die Gemüter in der Szene. Im typischen „Stereo“-Stil wurde mal wieder von größeren Verbesserungen bis in den Bereich der Sprachverständlichkeit geschrieben, ohne aber einmal durch Messungen etwas tiefer in die Angelegenheit einzusteigen, leider. Von „typisch Stereo-Voodoo“ bis „funktioniert prima“ kann man in verschiedenen Foren lesen. Irgendwie habe ich das Ding aber aus den Augen verloren, bis Kurt mir berichtete, dass ein Schweizer PIEGA-Händler die Idee aufgriff. Da auch Kurt Interesse an dem Projekt zeigte, tauschten wir uns viel aus.
Dabei ist die Idee gar nicht neu und lässt sich durch den Hobbybastler sogar ganz einfach berechnen und nachbauen.
Das Prinzip…
…wird bei der Orgelpfeife und auch bei der Transmissionline im LS-Bau eingesetzt. Der Unterschied zum Helmi ist, dass in der Röhre kein „Feder-Masse-System“ vorhanden ist. Bei der Anregung mit der Eigenresonanz bildet sich in der Röhre eine stehende Welle, die zum einen am festen Boden und zum anderen am offenen Ende reflektiert wird. Das Geheimnis liegt nun darin, diese Welle genau im „Gegentakt“ mit der Störfrequenz im Zimmer zu trimmen.
Also ganz simpel und nicht perfekt ausgedrückt schwingt eine (Luft)masse in der Röhre im „Gegentakt“ zur Störfrequenz im Zimmer. Ähnlich also wie der Helmi, nur eben ohne Federvolumen durch ein Gehäuse.
Die Fragen, die natürlich im Hinterkopf spuken:
Wie stark wirkt so ein Ding, wie hoch ist also der Wirkungsgrad?
Schwingt so ein Ding nach, wie ein Helmi mit hoher Güte? Eigentlich nicht, da kein Federvolumen (Luftpolster) da ist.
Wie breitbandig kann er arbeiten?
Gelten die gleichen Spielregeln für den optimalen Aufstellort wie beim Helmi?
Gibt es einen Zusammenhang zwischen Rohrvolumen und Zimmervolumen?
Wie wirkt sich eine Volumenveränderung der Röhre im Wirkungsgrad und/oder Nachschwinger aus?
Sind zwei „dünnere“ Röhren besser, als eine dicke Röhre?
Die Berechnung anhand eines Beispiels:
Im Prinzip wird das Ding genau so berechnet wie eine TML im LS. Denn da benötigen wir ja auch die „Gegenphase“, damit sich die Schallwelle von der TML und der Membranrückseite nicht gegenseitig auslöschen, sondern addieren. Mit der Abstimmung auf ¼ Lambda erreichen wir genau dieses Ziel.
Die Raumresonanz ist in meinem Raum bekannt, ~37 Hz.
¼ Lambda von 37 Hz:
343/37 = 9,27
9,27/4 = 2,31 Meter Rohrlänge.
Wirkt der Trick zur Verringerung der Schallgeschwindigkeit auch in der „Röhre“? Die Boxenbauer nehmen Bedämpfungsmaterial in der TML, um letztlich die Röhre kürzer bauen zu können.
Als grober Anhaltspunkt gilt, dass im bedämpften TML-Kanal die Schallgeschwindigkeit auf 300 Meter/s reduziert wird. Dadurch ergibt sich:
300/37 = 8,10 Meter
8,10/4 = 2,02 Meter Rohrlänge
Der Bau
Bastelauftrag für die Kita-Spielgruppe
Ein Abwasserrohr aus dem Bauhaus, 10,5 cm Durchmesser, 2,07 Länge. Deckel auf einer Seite rauf, fertig. Rechnungsbetrag unter 8 Euro. Rechnerisch ergibt sich ein Rohrvolumen von ~18 Liter.
Die Messungen IN der Röhre:
Um zu „sehen“, was in der Röhre passiert, wurde im Boden ein Loch für das Messmikro gebohrt. Die Röhre hatte eine Innenlänge von 2,07 Meter (komplettes Rohr, unbearbeitet), ich wollte erst einmal NUR die Theorie/Berechnungen überprüfen. Das Rohr lag auf einem Stuhl, die Rohröffnung befand sich im Bereich einer starken Ausprägung der 37 Hz-Resonanz. Als Messprogramm wurde „Carma“ von Audionet eingesetzt, durch einen gleitenden Sinus erfolgte die Ermittlung der Rohrresonanz. Da nur die Bassmessung von Bedeutung war, liefen die Master OHNE den Koax.
Das unbearbeitete und unbedämpfte Rohr hatte eine Resonanz bei 41 Hz. Rechnerisch ergeben sich bei 41 Hz = 2,09 Meter. Die Abweichung mit der theoretischen und der gemessenen Resofrequenz betrug also 2 Zentimeter in der Rohrlänge und lässt sich durch Messungenauigkeiten und der unterschiedlichen Schallgeschwindigkeit bei unterschiedlichen Temperaturen erklären. Ich denke, wir können die theoretischen Überlegungen zum Arbeitsprinzip und die Messungen durchaus als deckungsgleich ansehen, zumindest was die unbedämpfte Röhre angeht.
Die Bedämpfung erfolgte mit LS-Polsterwolle von Conrad, der Beutel für 4,95 Euro. Gesamtkosten somit UNTER 15 Euro, also nicht mal eine CD. Rohrlänge für die Messung der bedämpften Röhre ebenfalls 2,07 Meter, um die Unterschiede besser erkennen zu können. Auch hier stehen die theoretischen Betrachtung und die Messungen im Gleichklang.
Die Messungen mit Bildchen findet ihr im Anhang.
So, das war es erst einmal. Wie stark sich das alles im Zimmer auswirkt oder ob sich das Rohr überhaupt auswirkt, kommt demnächst.
Hier der Artikel der "Stereo"
Als die Zeitschrift „Stereo“ einmal über eine seltsame Acrylröhre berichtete, die Raummoden abschwächen soll, erhitzten sich mal wieder die Gemüter in der Szene. Im typischen „Stereo“-Stil wurde mal wieder von größeren Verbesserungen bis in den Bereich der Sprachverständlichkeit geschrieben, ohne aber einmal durch Messungen etwas tiefer in die Angelegenheit einzusteigen, leider. Von „typisch Stereo-Voodoo“ bis „funktioniert prima“ kann man in verschiedenen Foren lesen. Irgendwie habe ich das Ding aber aus den Augen verloren, bis Kurt mir berichtete, dass ein Schweizer PIEGA-Händler die Idee aufgriff. Da auch Kurt Interesse an dem Projekt zeigte, tauschten wir uns viel aus.
Dabei ist die Idee gar nicht neu und lässt sich durch den Hobbybastler sogar ganz einfach berechnen und nachbauen.
Das Prinzip…
…wird bei der Orgelpfeife und auch bei der Transmissionline im LS-Bau eingesetzt. Der Unterschied zum Helmi ist, dass in der Röhre kein „Feder-Masse-System“ vorhanden ist. Bei der Anregung mit der Eigenresonanz bildet sich in der Röhre eine stehende Welle, die zum einen am festen Boden und zum anderen am offenen Ende reflektiert wird. Das Geheimnis liegt nun darin, diese Welle genau im „Gegentakt“ mit der Störfrequenz im Zimmer zu trimmen.
Also ganz simpel und nicht perfekt ausgedrückt schwingt eine (Luft)masse in der Röhre im „Gegentakt“ zur Störfrequenz im Zimmer. Ähnlich also wie der Helmi, nur eben ohne Federvolumen durch ein Gehäuse.
Die Fragen, die natürlich im Hinterkopf spuken:
Wie stark wirkt so ein Ding, wie hoch ist also der Wirkungsgrad?
Schwingt so ein Ding nach, wie ein Helmi mit hoher Güte? Eigentlich nicht, da kein Federvolumen (Luftpolster) da ist.
Wie breitbandig kann er arbeiten?
Gelten die gleichen Spielregeln für den optimalen Aufstellort wie beim Helmi?
Gibt es einen Zusammenhang zwischen Rohrvolumen und Zimmervolumen?
Wie wirkt sich eine Volumenveränderung der Röhre im Wirkungsgrad und/oder Nachschwinger aus?
Sind zwei „dünnere“ Röhren besser, als eine dicke Röhre?
Die Berechnung anhand eines Beispiels:
Im Prinzip wird das Ding genau so berechnet wie eine TML im LS. Denn da benötigen wir ja auch die „Gegenphase“, damit sich die Schallwelle von der TML und der Membranrückseite nicht gegenseitig auslöschen, sondern addieren. Mit der Abstimmung auf ¼ Lambda erreichen wir genau dieses Ziel.
Die Raumresonanz ist in meinem Raum bekannt, ~37 Hz.
¼ Lambda von 37 Hz:
343/37 = 9,27
9,27/4 = 2,31 Meter Rohrlänge.
Wirkt der Trick zur Verringerung der Schallgeschwindigkeit auch in der „Röhre“? Die Boxenbauer nehmen Bedämpfungsmaterial in der TML, um letztlich die Röhre kürzer bauen zu können.
Als grober Anhaltspunkt gilt, dass im bedämpften TML-Kanal die Schallgeschwindigkeit auf 300 Meter/s reduziert wird. Dadurch ergibt sich:
300/37 = 8,10 Meter
8,10/4 = 2,02 Meter Rohrlänge
Der Bau
Bastelauftrag für die Kita-Spielgruppe

Ein Abwasserrohr aus dem Bauhaus, 10,5 cm Durchmesser, 2,07 Länge. Deckel auf einer Seite rauf, fertig. Rechnungsbetrag unter 8 Euro. Rechnerisch ergibt sich ein Rohrvolumen von ~18 Liter.
Die Messungen IN der Röhre:
Um zu „sehen“, was in der Röhre passiert, wurde im Boden ein Loch für das Messmikro gebohrt. Die Röhre hatte eine Innenlänge von 2,07 Meter (komplettes Rohr, unbearbeitet), ich wollte erst einmal NUR die Theorie/Berechnungen überprüfen. Das Rohr lag auf einem Stuhl, die Rohröffnung befand sich im Bereich einer starken Ausprägung der 37 Hz-Resonanz. Als Messprogramm wurde „Carma“ von Audionet eingesetzt, durch einen gleitenden Sinus erfolgte die Ermittlung der Rohrresonanz. Da nur die Bassmessung von Bedeutung war, liefen die Master OHNE den Koax.
Das unbearbeitete und unbedämpfte Rohr hatte eine Resonanz bei 41 Hz. Rechnerisch ergeben sich bei 41 Hz = 2,09 Meter. Die Abweichung mit der theoretischen und der gemessenen Resofrequenz betrug also 2 Zentimeter in der Rohrlänge und lässt sich durch Messungenauigkeiten und der unterschiedlichen Schallgeschwindigkeit bei unterschiedlichen Temperaturen erklären. Ich denke, wir können die theoretischen Überlegungen zum Arbeitsprinzip und die Messungen durchaus als deckungsgleich ansehen, zumindest was die unbedämpfte Röhre angeht.
Die Bedämpfung erfolgte mit LS-Polsterwolle von Conrad, der Beutel für 4,95 Euro. Gesamtkosten somit UNTER 15 Euro, also nicht mal eine CD. Rohrlänge für die Messung der bedämpften Röhre ebenfalls 2,07 Meter, um die Unterschiede besser erkennen zu können. Auch hier stehen die theoretischen Betrachtung und die Messungen im Gleichklang.
Die Messungen mit Bildchen findet ihr im Anhang.
So, das war es erst einmal. Wie stark sich das alles im Zimmer auswirkt oder ob sich das Rohr überhaupt auswirkt, kommt demnächst.
Hier der Artikel der "Stereo"
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